Ein Brillen-Abo lässt Kunden ihre Brille im Abo statt per Einmalkauf beziehen, oft mit der Möglichkeit, Fassung oder Gläser regelmäßig zu wechseln. Für Optiker und Brillenhersteller ist das ein Weg, aus einem Kauf, der oft nur alle zwei bis drei Jahre stattfindet, eine wiederkehrende Kundenbeziehung zu machen.
Das Wichtigste in Kürze
- Eyewear-as-a-Service passt gut zu Brillen, weil sich Sehstärke und Stilvorlieben über die Zeit ändern.
- Mister Spex hat in Deutschland ein Brillen-Abo für Kunden seiner stationären und Online-Filialen eingeführt, betrieben mit circuly.
- Anders als bei reiner Elektronik-Vermietung kommt bei Brillen eine optische Anpassung pro Kunde hinzu, das Produkt ist nicht beliebig weiterverwendbar.
- Ein Abo-Modell eignet sich besonders für Zweit- oder Wechselbrillen, weniger für die einzige Sehhilfe eines Kunden.
Warum Brillen sich für ein Abo eignen
Eine Brille ist ein Produkt, das viele Menschen nur selten neu kaufen, obwohl sich Sehstärke, Modegeschmack und Nutzungsanlässe (Beruf, Sport, Freizeit) häufiger ändern, als der Kauf es widerspiegelt. Ein Abo senkt die Hürde, öfter eine neue Fassung zu wählen oder zwischen mehreren Brillen zu wechseln, ohne jedes Mal den vollen Kaufpreis zu zahlen.
Wie Mister Spex ein Brillen-Abo aufgebaut hat
Mister Spex, einer der größten Online-Optiker im deutschsprachigen Raum, hat ein Abo für Korrektionsbrillen eingeführt und dafür die Subscription-Infrastruktur von circuly genutzt. Mehr zur Hintergrundgeschichte findest du in unserem Case Study Mister Spex launched a subscription for glasses (Englisch). Das Beispiel zeigt, dass ein Brillen-Abo nicht nur für reine Online-Anbieter funktioniert, sondern sich auch mit stationären Filialen verbinden lässt, etwa für die Anpassung und Abholung vor Ort.
Was ein Brillen-Abo operativ anders macht
- Individuelle Anpassung pro Kunde: Anders als ein Laptop oder Möbelstück lässt sich eine Korrektionsbrille nicht einfach an den nächsten Kunden weitergeben, Gläser sind auf die individuelle Sehstärke geschliffen.
- Fassungswechsel als Kernnutzen: Der Mehrwert eines Abos liegt oft im regelmäßigen Wechsel der Fassung, während die Gläser individuell angepasst bleiben.
- Verknüpfung mit stationärem Geschäft: Anpassung, Beratung und Reparatur passieren meist weiterhin in der Filiale, während Abrechnung und Vertragsverwaltung online laufen.
Wie circuly ein Brillen-Abo unterstützt
circuly übernimmt die wiederkehrende Abrechnung über die PSP des Händlers, das Kundenportal für Vertragsverwaltung wie Fassungswechsel oder Kündigung, sowie Mahnwesen bei Zahlungsausfällen. Die optische Anpassung, Beratung und handwerkliche Fertigung der Brille bleiben Aufgabe des Optikers. Mehr zum Produkt findest du auf der circuly Produktseite für Brillen-Abos.
Rechtliches in Deutschland
Online abgeschlossene Brillen-Abos mit Verbrauchern unterliegen den üblichen Regeln: maximal zwei Jahre Erstlaufzeit, danach unbefristete Verlängerung mit einem Monat Kündigungsfrist (§ 309 Nr. 9 BGB), und ein Kündigungsbutton nach § 312k BGB.
Häufig gestellte Fragen
Eignet sich ein Brillen-Abo auch für die einzige Brille eines Kunden?
Grundsätzlich ja, aber der Mehrwert ist am größten bei Kunden, die mehrere Brillen wechseln wollen oder regelmäßig eine neue Fassung möchten. Für Kunden mit nur einer Brille steht meist der Verkauf im Vordergrund.
Was passiert mit Gläsern, wenn ein Kunde die Fassung wechselt?
Das hängt vom Angebot ab: Manche Anbieter fertigen neue Gläser für die neue Fassung, andere setzen die bestehenden Gläser um, sofern die Fassung das zulässt. Das ist eine handwerkliche Entscheidung des Optikers.
Lohnt sich Eyewear-as-a-Service auch für kleinere Optiker?
Ja, solange die Werkstattprozesse für Anpassung und Fassungswechsel klar definiert sind. Die technische Abrechnungsseite lässt sich unabhängig von der Filialgröße mit einer Subscription-Plattform abbilden.







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